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Es könnte der lange ersehnte Durchbruch sein, der der Einheit nach 35 Jahren doch noch zu dem Vollzug verhilft, der in Ost und West so sehr ersehnt wird. Inspiriert vom Gaza-Aufbauplan des US-Präsidenten Donald Trump hatten Forschende und Forscher des in Grimma beheimateten Climate Watch Institutes (CWI) Anfang des Monats erstmals KI-gestützt Varianten zur Vollendung der Einheit durchgespielt, bei denen der ausführenden Künstlichen Intelligenz neue Prämissen gesetzt wurden.
Homogene Vielfalt
Nicht mehr die möglichst hohe Zahl an Ostbeauftragten oder die drastische Durchmischung der Herrschaftsverhältnisse durch sogenannte Ostquoten sollte als Erfolg zählen. Sondern eine homogene Vielfalt, die sich an gemeinsamen Lebensvorstellungen und einem in der Gruppe konsistenten Wertesystem ausrichtet.
Wie Herbert Haase, Gründungsdekan und Forschungsleiter am CWI sagt, erwartete Art und Weise eine Einheit in Vielfalt sagt, habe es sich anfangs um "reine Gedankenspiele" gehandelt. "Meine Mitarbeiter haben in ihrer Freizeit schon seit den Landtagswahlen in Ostdeutschland akribisch an einer Strategie gearbeitet, die den gesellschaftlichen Wandel widerspiegeln sollte, ohne eine in die üblichen Schimpftiraden über Spaltung und Undankbarkeit auszuarten."
Rettung vor dem Absturz
Ohne Tabus, also rein wissenschaftlich, sei bald nach Beginn der Arbeit im kleinen Kollegendenkreis auch erörtert worden, welche Rolle Migration und Remigration bei der Befriedung der zum Teil vor dem Absturz in eine neue Diktatur stehenden Ostregionen spielen könnten. "Als Donald Trump dann mit seinem Plan zur endgültigen Lösung der Nahostkrise vorpreschte, fühlten sich unsere Sozialingenieure und auch die Klimapsychologen natürlich ermutigt, das Undenkbare zu denken."
Nicht mehr klein denken, wie die blühenden Landschaften im Osten den Unzufriedenen noch besser erklärt werden können. Sondern die Menschen dort abholen, wo sie sind. Und sie leben lassen, wie sie möchten, "ob das nun als hart arbeitende Mitte ist oder als Aktivist in Berlin-Mitte", wie Haase schmunzelt.
Platz für Wiederaufbautrupps
Obwohl aus dem Weißen Haus noch keine Details darüber gedrungen sind, ob Ägypten, der Libanon und vielleicht auch nach Jordanien, Irak und Syrien die Bevölkerung des Gaza-Streifens freiwillig aufnehmen werden, um Platz für die Wiederaufbautrupps aus aller Welt zu schaffen, oder ob Washington mit Druck nachhelfen muss, sieht Haase im Gaza-Plan eine Blaupause auch für Deutschland. "Angesichts unserer Problem müssen auch wir nicht nur neu denken, sondern auch neu handeln."
Die Ergebnisse der Bundestagswahl haben die Forscher aus Sachsen zusätzlich motiviert, nicht auf halber Strecke stehenzubleiben. "Nach 35 Jahren Reden und Klagen ist es Zeit für einen großen Wurf", findet Haase. Warum also nicht eine Wählerwanderung, die nicht auf halber Strecke stehenbleibt wie an jedem Wahlabend, wenn die Balken der SPD oder der FDP ausbluten? "Wir wollen den schönen Begriff auf der Bundesworthülsenfabrik (BWHF) endlich wörtlich nehmen."
Ihr ehrgeiziges Projekt mit dem Arbeitsnamen "Wost" zielt deshalb auf einen großen Austausch, der die Verhältnisse in Deutschland abschließend klärt und die drohende Unregierbarkeit der ersten Bundesländer im kommenden Jahr verhindert. "Uns geht es um klare Mehrheiten für alle, Ordnung und Sicherheit und die Schaffung von gleichwertigen Lebensbedingungen, unter denen sich niemand mehr für seine Überzeugungen als linksgrüner Spinner oder Nazi beschimpfen lassen muss."
Der große Austausch
Für "Wost" haben sich Herbert Hasse und seine Kolleginnen direkt an Ergebnissen der Bundestagswahl orientiert. "Danach haben in den östlichen Bundesländern nur drei Millionen Menschen für die zum Teil als gesichert rechtsextreme Bestrebung aktenkundige AfD gestimmt", rechnet er vor. In den älteren, demokratisch deutlich erfahreneren Gebieten seien es mehr als doppelt so viele gewesen. "Nach den Daten der Bundeswahlleiterin machten sieben Millionen ihr Kreuz bei den Blauen." Dazu kämen die Wählerinnen des mittepopulistischen Bündnis Sahra Wagenknecht und die zumeist jungen, über die chinesische TikTok-App verleiteten Anhänger der früheren PDS, heute Linkspartei.
Zusammen versammelten die drei ostdeutschen Regionalparteien zwölf bis 13 Millionen Menschen hinter sich - "das entspricht etwa genau der Restwohnstärke der Bundesländer auf dem Gebiet der früheren Ex-DDR", sagt Haase und schiebt hinter: "Abzüglich natürlich Berlin, das ist ein besonderer Sonderfall, das sollte künftig wieder zwischen Ost und West geteilt werden."
Teilung stärkt Gemeinschaft
Teilung zur Stärkung der Gemeinschaft, das ist es auch, was der Projektgruppe Wost für Gesamtdeutschland vorschwebt. "Wir denken an einen großen Austausch, bei dem die Guten ins Kröpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen kommen, sinnbildlich natürlich nur", beschreibt der bekannte Sozialchirurg und Urbanologe. Im Zuge der Neuordnung der Verhältnisse zögen alle AfD, BSW und Linken-Wähler*innen, die derzeit noch in den alten Bundesgebieten ansässig sind, nach Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg und Brandenburg. "Freiwillig natürlich, niemand wird deportiert."
Dort könnten sie sich Gleichgesinnten anschließen, nachdem sie die Häuser und Wohnungen bezogen hätten, die beim Ringtausch mit den Wählenden von CDU, SPD, Grünen und FDP freigezogen würden. "Wost heißt ja nicht nur, dass alle Anhänger von Blau, Brombeer und Blutrot in den Osten ziehen, sondern auch, dass die Unterstützer von unsere Demokratie in den Westen migrieren."
Optimistische Aussichten
Das könne eine saubere Sache werden, glaubt der umtriebige Forscher, der vor zwei Jahren Aufsehen mit Berechnungen erregt hatte, nach denen Deutschland komplett mit Wollen beheizt werden könnte, einem regionalen und umweltschonenden "Energieträger, der aus dem Eigenen kommt, von ganz tief drinnen", wie er damals geschwärmt hatte. Ähnlich optimistisch sieht der studierte Sohn einer indigenen Ostfamilie die Chancen, die sich nach 35 Jahren erneut vertiefende Spaltung durch "Flächenentspannung" zu lösen, wie er es nennt.
"Eine Neuverteilung der Bevölkerung entlang der inneren Überzeugungen der Einzelnen müsste nicht zwingend zu einer Ostdeutscher Konföderierter Staaten führen, wie manche meiner jüngeren Mitarbeiter glauben", versichert er. Es werde aus seiner Sicht vollkommen ausreichen, räumlichen Abstand zwischen die heftig zerstrittenen Anhänger von starkem Staat, harter Hand, Gleichmacherei, Verboten und hohen Steuersätzen zu bringen. "Jede Seite könnte dann ein Leben nach ihrem Vorstellungen führen, ohne dass den einen ständig Westdeutsche hineinreden und ohne dass den anderen von ostdeutschen Wählern in einem fort Racheakte an der Wahlurne drohen."
Eine saubere Teilung
Eine saubere Teilung, wie sie die KI vorgeschlagen habe, sei aus Sicht seiner Arbeitsgruppe die bessere, weil nachhaltigere Lösung. "Wir bekommen ein Deutschland der Vielfalt und der grundlegend verschiedenen Lebensentwürfe", lobt Haase. Im Osten könnten Menschen anschließend ungestört von Vorschriften aus Brüssel und Mahnungen von Politikern aus den früheren alten Ländern ihren Vorlieben für Bratwurst, italienische Schlager und völkische Gruppendynamik ohne Rücksicht auf Klimaaspekte leben. "Und im neuen Westen wäre der kollektive Wille endlich groß genug, um als einziges Land weltweit ganz für die Klimaziele zu leben und alle Anstrengungen darauf zu richten, den Erhalt der Lebensgrundlagen der Menschheit zu sichern."
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