Um dorthin zu kommen, zitiert der Herzenslinke den Teufel selbst. George Bush, der, so schrieb Augstein im Februar vor einem Jahr, damals "den Krieg gegen den Irak vom Zaun brach", habe mal gesagt: ""60 Jahre lang hat der Westen Vorwände für die Unfreiheit im Nahen Osten gefunden und sich mit ihr gut eingerichtet. Aber diese Strategie hat uns nicht mehr Sicherheit gebracht. Auf lange Sicht lässt sich Stabilität nicht auf Kosten von Freiheit kaufen." Das findet Augstein voll gut, denn ihm stinkt sie ein bisschen, "die westliche Doppelmoral", die "schöne Worte oder kluge Einsichten" (Augstein) hat, der aber immer "die richtige Politik und der Glaube an die eigenen Werte" fehlt.
Würden die Herrschaften in Washington und Berlin ihn mal fragen, er könnte beides anbieten. Vor einer Woche erst hatte Jakob Augstein messerscharf klargestellt, wie die Strategie in Afghanistan aussehen muss: "Die Bundeswehr muss dort abziehen: Der Krieg ist nicht zu gewinnen und ein Aufbau des Landes nicht möglich".
Und am Ende dann eine neue Kolummne des zweifelhaften Linken: "Raus aus Ägypten, die Bundeswehr muss sofort abziehen, der Krieg ist nicht zu gewinnen und ein Aufbau des Landes nicht möglich".
Frontlage, 14 Uhr: Die SPD fordert "härtere Maßnahmen" gegen Mubarak. Das politische Berlin munkelt, der Einsatz von deutschen Fallschirmspringern stehe bevor. Die Weltgemeinde könne nicht zuschauen, wie der Diktator seinen "Hufeisenplan" (Fischer) umsetze.
Frontlage, 17 Uhr: n-tv stellt die Übertragungen vom Schlachtfeld ein. Die Quoten waren nach 36 Stunden voller Bilder von Leuten, die auf der Straße rumrennen, heulen, Steine werfen, wieder rumrennen, rumstehen, heulen und Steine werfen nur noch katastrophal. Die ursprünglich geplante Wiederholung der Sendung "Hitlers krieg in Ägypten - Rommel und die Demokratie" fällt allerdings aus aktuellem Anlass aus, dafür läuft die markerschütternde Mitleidsdoku "Das Manager Survival-Training".
Die Farbenlehre der Revolutionen erkundet Netzwerkrecherche
2 Kommentare:
Der ägyptischen Revolution fehlt noch der Farbanstrich.
Und wie heilt man "Wunden zerstörter Glaubwürdigkeit"? Richtig, mit Geld, richtig viel Geld für "das Land am Nil", damit Otto Normalägypter weiter randalieren kann, ohne sich um seinen persönlichen Unterhalt zu kümmern, mittlerweile herangezüchtete 85 Millionen Mäuler wollen schließlich gestopft sein.
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